Aufbau einer Sackpfeife


Das Instrument hat eine Spielpfeife (manche Typen auch mehrere),
mit der Melodien gespielt werden und meist ein oder mehrere Bor-
dunpfeifen (auch Brummer), die je einen andauernden Ton spielen. Die Töne in den Spielpfeifen werden hauptsächlich durch je ein Doppelrohrblatt aus Schilfrohr „Arundo donax“ oder Kunststoff erzeugt. Die Tongeneratoren in den Bordunen sowie Spielpfeifen manch anderer Dudelsacktypen (z. B. Säckpipa) sind Bordunreeds mit Aufschlagzungen. Der Grundkörper ist meist aus Kunststoff mit Zungen aus Schilf, Kunststoff oder Metall. Traditionellerweise sind auch diese Bordunreeds aus Schilf oder Bambus, werden aber nur noch selten eingesetzt, da diese einfach zu empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit sind.

Die Luftzufuhr zu allen Pfeifen erfolgt aus einem Luftsack aus abgedichtetem Leder oder Synthetik-Material, der vom Spieler mit dem Mund durch ein Anblasrohr oder durch einen Blasebalg aufgeblasen wird. Vorteil beim Blasebalg ist, dass man dazu auch noch singen kann. Dies kann man speziell bei böhmischen Böcken sehen und hören.

Der Luftvorrat im Sack ermöglicht die Erzeugung eines vom Atem unabhängigen Dauertons und die Aufrechterhaltung eines möglichst konstanten Luftdrucks. Dies ist im Übrigen auch der schwierigste Teil am Dudelsackspiel! Sackpfeifen mit konisch gebohrter Spielpfeife klingen recht laut, wie zum Beispiel meine Marktsackpfeifen, die vorzugsweise im Freien oder in großen Räumlichkeiten gespielt werden. Sackpfeifen hingegen mit zylindrisch gebohrter Spielpfeife sind deutlich leiser. Diese Variante wird z. B. beim Hümmelchen oder Pretoriusbock eingesetzt.